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Deutschland Radio (Germany): Die atomare Bedrohung [Interview Mycle Schneider]

Sunday 3 April 2016

Anschläge von Terroristen

Die atomare Bedrohung

Deutschland Radio Wissen, 31. März 2016

Interview mit Mycle Schneider, Radio/Audio

Es ist ein Horrorszenario: Terroristen könnten einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben oder eine Bombe mit radioaktivem Material basteln. Mycle Schneider, Berater für Energiepolitik, sagt: Die Gefahr ist real.

Kurz nach den Anschlägen von Brüssel kam die Meldung, dass auch die belgischen Atomkraftwerke kurzfristig extra abgesichert wurden. Aus Sorge, Terroristen könnten sie angreifen. Aus Sicht von Terroristen ein lohnenswertes Ziel, aus unserer Sicht: der Horror. Dass diese Gefahr real ist, zeigt schon, dass Anschläge auf Atomkraftwerke heute und morgen in Washington auf dem Internationalen Gipfel für nukleare Sicherheit ein Thema sind.

"Man kann eindeutig sagen, dass wir bisher viel Glück hatten."

Mycle Schneider, Berater für Energiepolitik

Auch Mycle Schneider, Berater für Energiepolitik, sagt: Auszuschließen ist es nicht, dass Angriffe geplant werden, deren Ziel ist, große Mengen radioaktives Material aus einem Atomkraftwerke oder einer anderen Atomanlage austreten zu lassen. Dass Terroristen einen Atomsprengkopf entwenden könnten, sei in Ländern wie den USA oder Frankreich relativ unwahrscheinlich, in Pakistan sehe die Sache dagegen anders aus.

Ein weitere Möglichkeit: Terroristen könnten Spaltmaterial stehlen und mit dem Plutonium oder Uran einen Sprengsatz basteln. Und dann sind da noch die Päckchen mit Kobalt oder Cäsium, die weltweit herumgeschickt werden, weil sie in der Industrie oder der Medizin eingesetzt werden. Außerdem könnten Terroristen natürlich Atomanlagen oder Transporter mit Waffen oder Sprengsätzen angreifen.

"Es gibt Vorläuferevents und das Potenzial ist gewaltig."

Mycle Schneider, Berater für Energiepolitik

Mycle Schneider erzählt, dass es bisher schon einige Vorläuferereignisse gegeben habe. So hat schon in den 70er Jahren ein Entführer ein Flugzeug über einem Atomkraftwerk kreisen lassen. Und auch am 11. September 2001 ist in Pennsylvania ein Flugzeug abgestürzt, das wahrscheinlich das Atomkraftwerk von Three Mile Island zum Ziel hatte. Außerdem ist es in Belgien 2014 zu einem Sabotagefall gekommen. Ein oder mehrere Angestellte eines Atomkraftwerkes hatten über 60 Tonnen Öl auslaufen lassen und damit eine Dampfturbine schwer beschädigt.

Sicherheitsbehörden sind nicht untätig

Die gute Nachricht: Die Sicherheitsbehörden sind nicht untätig. So wird mittlerweile darauf geachtet, dass Spaltmaterial, das in Atomkraftwerken anfällt, an Orten gelagert wird, die gut gesichert sind. Allerdings werden weiterhin große Mengen Plutonium zweimal in der Woche in Frankreich über öffentliche Straßen auf eine Tausende Kilometer lange Reise geschickt. Ein leichtes Ziel, das es im Jahr 2016 eigentlich nicht mehr geben sollte, sagt Mycle Schneider.

Schaum oder Haase – 31. März 2016
Moderatorin: Marlis Schaum
Gesprächspartner: Michael [Mycle] Schneider, Berater für Energiepolitik

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What They Say…

“The Report sets forth in painstaking detail the actual experience and achievements of nuclear energy around the world.”

Peter A. Bradford

Former commissioner
U.S. Nuclear Regulatory Commission (NRC)
(in his foreword to the 2013 report)
“A vital public service... Uniquely independent, thorough, and timely assessment."

Amory B. Lovins

Chairman, Rocky Mountain Institute
USA
“This annual publication has over 20 years evolved into the most reliable, strikingly original, comprehensive and penetrating assessment of the global nuclear industry.”

Praful Bidwai

Financial Chronicle
Delhi, India
"Amid the hype and PR, the smoke and mirrors, of the 'nuclear renaissance', the Status Report offers a hard-edged reality check."

Walt Patterson

Associate Fellow Chatham House
London, UK
“Fantastic piece of work. Must reading for any observer of nuclear energy."

Henri Sokolski

Executive Director Nonproliferation Policy Education Center
Washington DC, USA
“Reliable research based on cold, hard facts, unlike the hype and amnesia of industry sources.”

Scott Ludlam

Senator
Australia
“Félicitations pour la dernière édition du WNISR. Formidable comme d'habitude!”

Fulcieri Maltini

International Consultant Former Director of the Nuclear Safety Account, EBRD
Italy/France
“Thought-provoking as usual.”

Will Dalrymple

Editor Nuclear Engineering International
UK
"The authoritative report on the status of nuclear power plants worldwide is the World Nuclear Industry Status Report."

USAID

Bangkok, Thailand
“Such an illuminating report.”

Sam Geall

Deputy Editor China Dialogue
London, UK
"An astounding collection of facts and figures, a myth-busting international overview… An eye-opening piece of work!"

R. Andreas Krämer

Chairman Ecologic Institute
Berlin, Germany
“I really appreciate you letting us excerpt your report! It’s incredibly well researched and comprehensive, so thank you!”

Stuart Luman

Associate Editor Bulletin of the Atomic Scientists
USA